Blind Contour Drawing – ein Zwischenbericht

Hin und wieder habe ich Zeit gefunden mich mit Blind Contour Drawing zu beschäftigen. Ich muss zugeben, dass ich zwar das Zeichnen in den letzten Wochen sträflich vernachlässigt habe. Dennoch ist nicht nichts passiert. Die kleinste Übung kann nachhaltig einen Eindruck hinterlassen. Dieses Mal kam mir eine klitzekleine Erkenntnis was das Übertragen des gesehenen Motivs auf das Papier betrifft.


Es heisst, dass man bei der Blind Contour Drawing Technik das Motiv an einer Konturlinie fixieren soll und langsam mit den Auge an dieser Linie entlang fährt. Dabei bewegt man den Stift auf dem Papier mit. Wichtig ist es, dass man nicht auf das Gezeichnete schaut, sondern die Augen auf das Motiv gerichtet bleiben. Soweit, so gut, aber irgendwie hat mir dabei der Link gefehlt. Das Bindeglied zwischen dem was ich sehe und dem was ich mit dem Stift mache. Mir hat – wie soll ich es sagen – ein Gefühl gefehlt. Da war eine Art von Leere. Ich dachte erst, dass es durch Üben und Wiederholen besser wird, aber irgendwie ist nichts passiert. Die Konturen waren OK, aber die einzelnen Elemente/Bereiche schienen völlig von einander abgekoppelt zu sein.

BCD (blind contour drawing) einer Ritterfigur auf mit-pinsel-und.stift.de
Links die blinde Kontur, rechts das Motiv mit Hingucken gezeichnet.

Es fehlt an Orientierung. Das ergibt Sinn, da man ja beim Blind Contour Drawing nicht auf das Papier schaut. Aber dass das so gar nicht harmonisch wirken mag fand ich dennoch seltsam. Doch eines Tages hat es Klick gemacht! Ich sehe das betrachtete Objekt nicht als 3D-Objekt, sondern ich stelle mir vor, dass es bereits auf Papier aufgedruckt ist und ich nur noch abpause. Im Grunde muss ich mir nur im Klaren sein, in welcher Orientierung der Zeichenblock vor mir liegt, so dass ich in die richtige Richtung zeichne. Zur Erinnerung: Eine gerade Linie des Motivs von oben nach unten muss ich auf dem Blatt zum Beispiel von vorne nach hinten und gleichzeitig von links nach rechts zeichnen wenn der Block vor mir und leicht gegen den Uhrzeigersinn verdreht liegt.

BCD eines Fußes nachdem es Klick gemacht hat im Kopf auf mit-pinsel-und-stift.de
Ein linker Fuß

Durch diese Vorfilterung von 3D auf 2D finden die Linien eher zueinander, sind Winkel näher an dem dran was ich sehe und Längen sind nicht mehr so total daneben. Kurzum, die Proportionen werden stimmiger, da ich eher das Zeichne, was ich tatsächlich sehe und nicht was ich mir vorstelle, dass ich es sehe.

Das mag jetzt wie eine Kleinigkeit wirken, doch mir hat es sehr geholfen einen Schritt weiter zu kommen bei der zeichnerisch unterstützenden Wahrnehmung eines Motivs.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*