Zeichenmaterialien

Es gibt eine Menge an unterschiedlichen Zeichenmaterialien. Und diese wiederum gibt es in vielen Varianten. Einige Materialien – die ich selber auch verwende – stelle ich Dir hier vor, damit Du Dir einen ersten Überblick verschaffen kannst.

Über meine Erfahrungen mit den einzelnen Werkzeugen und
Zeichenmaterialien berichte ich detaillierter im Blog. Dort findest Du auch Tipps und Tricks zur Anwendung. Im Internet gibt es bereits einige super Seiten, welche die Eigenschaften sehr gut erklären. Ich möchte Dir auf dieser Seite Basismaterialien erläutern. Ich fange mit einer sehr kurzen Liste an und werde diese im Laufe der Zeit parallel zu den entsprechenden Blogbeiträgen erweitern.

Die folgende Auflistung erhebt keinen Anspruch an Vollständigkeit: Sie soll Dir sowohl einen ersten Überblick verschaffen,  als auch  Stichworte für die eigene Recherche zu Zeichenmaterialien liefern. 

Bleistift/Graphit

Bleistifte gibt es in unterschiedlichen Härtegraden von sehr hart (z.B. 6H), über die mittlere Härte (HB) bis hin zu sehr weich (z.B. 9B).

Zeichenmaterial Holzbleistifte auf mit-pinsel-und-stift.de
Holzummantelte Bleistifte. Ich bevorzuge für eine Zeichnung HB für die Grundskizze, 2B für mittlere Tonwerte und 5B für die dunklen Schattenbereiche.

Die verschiedenen Härtegrade werden verwendet, um unterschiedlich starke Schattierungen erzeugen zu können. Harte Bleistifte hinterlassen weniger Graphit auf dem Papier als weiche und können spitzer gespitzt werden. Deshalb sind sie für helle Striche und sehr feine Details geeignet. Dunkle Schattierungen werden mit einem weichen Bleistift erstellt. Diese enthalten mehr dunkle Farbpartikel wie z.B. Ruß. Mit einem einzigen härteren Bleistift sind dunkle Töne nur bis zu einem bestimmten Grad möglich, da dicht aufgetragenes Graphit anfängt zu spiegeln, wenn man in flachem Winkel auf das Papier schaut. Wie die meisten elektrisch leitfähigen Stoffe schimmert es metallisch. Probier es mal aus!

Zeichenmaterial Druckbleistift auf mit-pinsel-und-stift.de
Druckbleistifte in verschiedenen Durchmessern. Ich verwende bei 0,7mm-Minen B oder 2B. Bei den dünneren Minen mit 0,5mm und 0,3mm eher härtere Minen für Details.

Druckbleistifte sind im Grunde wie normale Holzbleistifte, haben aber zwei Vorteile: Zum einen muss man sie nicht ständig anspitzen, da die Mine von Haus aus sehr dünn ist. Zum anderen bleibt die Spitze während der Benutzung…nun ja…spitz! Dadurch bleibt eine gezeichnete Linie einigermaßen konstant breit.

Kohle

Kohle ist ein richtiger Klassiker, wie die eine oder andere Höhlenmalerei beweist. Kohle ist in verschiedenen Formen und Macharten erhältlich und meines Erachtens ein Highlight unter den verschiedenen Zeichenmaterialien: Es hat vielseitige Anwendungsmöglichkeiten! Du kannst feine Linien ziehen, aber auch sehr einfach großflächig arbeiten. Mit Kohlestaub kannst Du sehr schnell ganze Papierbögen gleichmäßig einfärben. Du kannst die aufgetragenen Kohlepartikel verwischen und so feinste Schattenverläufe erzeugen. Oder Du nimmst einen nassen Pinsel und malst ein monochromes Aquarell. Beachte, dass Du ein Fixativ (in der Regel einen schnelltrocknenden Klarlack) verwenden musst, da Kohlepartikel nicht allzugut auf Papier haften bleiben.

Zeichenmaterialien Zeichenkohlestifte auf mit-pinsel-und-stift.de
Holzummantelte Zeichenkohlestifte: Reisskohle (hart), Reisskohle (mittel), Pierre Noire (2B).
Zeichenmaterialien Reisskohle auf mit-pinsel-und-stift.de
Gepresste Reisskohle in extra hart, hart und extra soft, sowie eine Kreide. Diese bieten den Vorteil, dass man auch mit der flachen Seite (großflächig) zeichnen kann.
Zeichenmaterialen natürliche Weidenkohle auf mit-pinsel-und-stift.de
Natürliche Kohle aus Weidenzweigen hergestellt.

Radierer

Der Knetradierer oder plastische Radierer ist sehr weich und kann in verschiedene Formen gebracht werden. Dadurch kannst Du beim Radieren gezielt bestimmte Effekte erzeugen.

Zeichenmaterialien plastischer Radierer auf mit-pinsel-und-stift.de
Knetradierer in verschiedene Formen gedrückt

Der Plastikradierer ist vielen bestimmt bereits aus dem Schulmäppchen bekannt. Eckig, hart, radiert super bis gar nicht und schmiert dann eher. Damit kannst du wunderbar größere Bereiche bearbeiten und auch mal fest mit Druck radieren. In kleine Stücke oder Streifen geschnitten kannst du auch feine Details damit herausarbeiten.

Zeichenmaterialien Radierer auf mit-pinsel-und-stift.de
Plastikradierer. Hier gibt es in der Qualität Riesenunterschiede zwischen den Marken. Ausprobieren!

Eine Variante des Plastikradierers sind Radierstifte. Der Name sagt es irgendwie bereits: Es sind Stifte mit einem Radierer anstelle einer Mine. Sie gibt es in verschiedenen Formen von groß bis klein. Mit ihnen lassen sich Details bequem anfertigen, da sie immer die gleiche Größe behalten und nicht ständig in Form gebracht werden müssen.

Zeichenmaterial Radierstifte auf mit-pinsel-und-stift.de
Verschiedene Radierstifte

Papier

Das passende Papier zu finden ist ein Thema für sich. Passend deshalb, weil es nicht DAS Papier gibt. Es gibt für die verschiedenen Anwendungsgebiete verschiedene Papiersorten und innerhalb der Anwendungsgebiete nochmal unterschiedliche Ausführungen. Du wählst entsprechend der Zeichentechnik das geeignete Papier aus. Mein Standardpapier besteht aus der üblicherweise verwendeten holzfreien Zellulose, hat eine leicht raue Oberfläche und besitzt eine Grammatur von ca 100g/m².

Grundsätzlich kann man sagen, je schwerer und dicker das Papier ist um so hochwertiger ist es:

  • Papiere für Skizzen werden eher in leichteren Grammaturen zwischen 90g/m² und 180g/m² angeboten. Gerne gebunden als Spiralblock oder Skizzenbuch. Es ist in der Regel dadurch günstiger als andere Papiertypen und ist dafür gedacht in größeren Mengen verbraucht zu werden.
  • Papiere für Zeichnungen sind eher im Bereich 160g/m² bis 300g/m² als einseitig oder mehrfach geleimte Einzelblätter zu finden. Diese sind im Vergleich zu Skizzenpapieren hochwertiger und dafür gedacht um „finale“ Zeichnungen darauf anzufertigen.
  • Papiere für Aquarellzeichnungen müssen viel Wasser aufnehmen können um nicht zu wellen. Daher verwendet man eher schwere Papiere zwischen ca. 200g/m² und 500g/m². Die leichten Aquarellpapiere eignen sich für Skizzen, da es preisgünstiger als die schweren Kartons ist. Doch wellt es bereits merklich.

Die Oberflächenbeschaffenheit spielt auch eine wichtige Rolle. Von sehr glatt bis sehr rau gibt es alles Mögliche dazwischen; das ist im Detail vom Hersteller und dem Herstellungsverfahren abhängig.

Beachte, dass trockene Zeichentechniken wie z.B. Bleistift und Kohle auf Reibung basieren! Im Gegensatz zu Pinsel oder Tintenhalter – welche die Kapillarwirkung von Wasser ausnutzen und dadurch völlig ohne Reibung auskommen – müssen Bleistift & Co auf rauem Untergrund verwendet werden, damit das Bindemittel aufgebrochen wird und sich die Kohlepartikel (bzw. Graphit, Ruß, etc.) ablösen können. Deshalb ist handelsübliches Kopiererpapier meiner Meinung nach nicht geeignet, um damit viel zu zeichnen. Es bleibt einfach zu wenig auf dem Papier hängen! Ich rate deshalb davon ab es zu benutzen. Besorge Dir lieber Skizzenpapier, auch wenn es etwas teuerer ist. Du wirst mit einem haptisch direkteren Gefühl belohnt werden.